Gedächtnistraining und erfolgreiche Selbstorganisation

Peter Arndt | April 10th, 2008 - 14:15

Zu erfolgreicher Selbstorganisation gehört auch, sich alle Aktivitäten zu notieren und somit seinen Kopf “freizuhalten”. Wozu also noch Gedächtnistraining? Steht das nicht im Widerspruch zueinander?

Aus meiner Sicht gibt es keinen Widerspruch beider Themen. Jedes hat an der richtigen Stelle seine Berechtigung.

Eine verblüffende Praxisanwendung eines guten Gedächtnisses  veröffentlichte mein Kollege Reinhold Vogt in seinem letzten Newsletter. Mit seiner freundlichen Genehmigung hier die (wahre) Geschichte …

Eine wahre Geschichte

Gute Gedächtnisleistungen haben auch markante Nebeneffekte: Sie stärken das persönliche Charisma, und sie steigern die Wertschätzung. Das ist mir vor einigen Jahren eher zufällig bewusst geworden.

Ich hatte den Auftrag, eine umfangreiche Teamleistung zu analysieren und Verbesserungsvorschläge gegenüber einem Expertenkreis zu präsentieren. Hierzu hatte ich eine mehrseitige Zusammenfassung erstellt. Die Unterlage listete 18 nummerierte Hauptpunkte auf; zwei der Hauptpunkte enthielten vier bzw. fünf Unterpunkte.

Während der Autobahnfahrt zum Auftraggeber kam mir die Idee, meine Hauptgedanken frei aus der Erinnerung zu präsentieren. So könnte ich wahrscheinlich noch überzeugender wirken. Also schaute ich während des Fahrens immer wieder in meine Unterlage, um mir alle wesentlichen Informationen einzuprägen. (Diesen Teil der Geschichte empfehle ich nicht zur Nachahmung.)

Versetzen Sie sich nun bitte in meine damalige Situation:

- Sie sitzen kurze Zeit später allein an der einen Längsseite eines etwa vier Meter langen Tisches. An der linken Stirnseite des Tisches sitzt der fachlich zuständige Vorstand. An der Ihnen gegenüber liegenden Längsseite des Tisches haben vier weitere Fachleute Platz genommen.

- Sie präsentieren einen Gedanken nach dem anderen. Zu vielen Teilen gibt es Rückfragen und Diskussionen. Die Fachleute Ihnen gegenüber machen sich zahlreiche Notizen. Vor Ihnen selbst jedoch liegt nichts auf dem Tisch: kein Spickzettel und auch nicht die später zu verteilende Dokumentation; sie befindet sich – in ausreichender Kopienzahl – noch in Ihrer Tasche.

- Die Präsentation dauert ungefähr zwei Stunden. Zum Schluss holen Sie die Dokumentation hervor und verteilen die Kopien. Die Gesprächspartner schauen sich die Unterlage interessiert an. In dieser Phase hören Sie nur das Rascheln der jeweils umgeschlagenen Seiten.

- Plötzlich stellt einer der Gesprächspartner, der sich offenbar besonders viele Stichpunkte aufgeschrieben hatte, mit deutlich vernehmbarer Stimme sinngemäß fest: “Das sind ja alle die Punkte, die Sie angesprochen hatten … und sogar in derselben Reihenfolge!”

- Dann antworten Sie – freundlich grinsend – nur mit einem einfachen “Ja, das stimmt!” – Die Gesprächspartner sind verblüfft, sie schauen zu Ihnen rüber, als kämen Sie aus einer anderen Welt …

Ausser dieser kleinen Anekdote aus seinem Berufsleben bietet Reinhold Vogt in seinem regelmäßig erscheinenden Newsletter viele Hinweise und Beispiele für praxisnahe Anwendungen eines guten Gedächtnisses. Hier gibt es weitere Informationen.

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Ein Kommentar zum Beitrag “Gedächtnistraining und erfolgreiche Selbstorganisation”

  1. Roland Kopp-Wichmann sagt:

    Hallo,
    zum selben Thema habe ich auch einen Beitrag geschrieben, allerdings mit einer etwas anderen Aussage, basierend auf einer wissenschaftlichen Untersuchung der University of Michigan.
    Wen es interessiert, hier der Beitrag: http://tinyurl.com/5g2474

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